“Asiens wahrer kranker Mann”: WSJ-Reporter vor Ausweisung

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Die chinesische Regierung hat drei Korrespondenten des “Wall Street Journal” wegen eines Meinungsbeitrags zur Coronavirus-Epidemie die Arbeitserlaubnis entzogen. Die Zeitung habe es abgelehnt, sich für eine Kolumne von Anfang Februar zu entschuldigen, in der China in der Überschrift als “Asiens wahrer kranker Mann” bezeichnet worden sei, teilte Außenamtssprecher Geng Shuang am Mittwoch in Peking mit. Es handelt sich um einen Meinungsbeitrag des Kolumnisten und Professors Walter Russell Mead im “Wall Street Journal” vom 4. Februar.

“Das chinesische Volk heißt keine Medien willkommen, die rassistische Stellungnahmen veröffentlichen und China böswillig angreifen.” Darum seien den drei Journalisten in Peking die Presseausweise entzogen worden. Ohne solche offiziellen Arbeitsbestätigungen, die auch Voraussetzung für eine Wohnerlaubnis sind, dürfen Ausländer als Journalisten in China nicht arbeiten.

Geng nannte die Namen der Betroffenen nicht. Das “Wall Street Journal” berichtete, der stellvertretende Bürochef Josh Chin sowie die Reporter Chao Deng und Philip Wen seien angewiesen worden, China binnen fünf Tagen zu verlassen. Chin und Deng sind US-Bürger, Wen ist Australier.

Medienkontrolle

Am Dienstag hatte die US-Regierung erklärt, dass sie fünf staatliche chinesische Medienhäuser, die auch in den USA aktiv sind, künftig wie ausländische Botschaften einstuft. Sie müssen ihre Mitarbeiter nun auch beim US-Außenministerium registrieren lassen. Die Entscheidung, von der unter anderem die Nachrichtenagentur Xinhua betroffen ist, sei getroffen worden, weil China seine Kontrolle über die Medien verschärft habe und diese immer aggressiver zur Verbreitung von Propaganda einsetze, sagten zwei Ministeriumsvertreter in Washington. Chinas Außenamtssprecher Geng sagte, die Volksrepublik lehne die neuen Bestimmungen ab und behalte sich das Recht vor, zu reagieren. (reuters)