Bunter Turm als Wahrzeichen tröstet über Absage des Färbermarkts hinweg

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Die schlechte Nachricht zuerst: Diese Woche hat das Vorbereitungsteam des Färbermarktes die Entscheidung getroffen, das für den 3. Mai geplante Jubiläum “20 Jahre Färbermarkt Gutau” auf den 2. Mai 2021 zu verschieben. “Wir müssen uns gemeinsam auf den Schutz der Menschen konzentrieren und die Ausbreitung des Coronavirus eindämmen. Eine Veranstaltung mit rund 5000 Besuchern wäre das falsche Signal”, heißt es in einer Stellungnahme des Veranstaltungsteams. Sämtliche Zusagen an Aussteller, die in den vergangenen Wochen gemacht wurden, bleiben aber auch für den Färbermarkt 2021 aufrecht.

Dennoch macht Gutau auch in diesen Tagen mit seiner reichhaltigen Blaudruck-Tradition von sich reden – und zwar mit einem bunt schillernden Wahrzeichen, das an die Zeugfärberei angedockt wurde. Dieser “Färberturm” dient vorrangig zum Trocknen und Verblauen der in der Zeugfärberei hergestellten Stoffe und konnte dank eines von der EU geförderten Projekts (INTERREG 5a) nun in die Tat umgesetzt werden.

Farbgebung mit Symbolik

Die auf den ersten Blick an Linzer Kulturtempel wie das Ars Electronica Center oder das Lentos erinnernde Farbgebung nimmt Bezug auf den Prozess des Färbens von Stoffen. Sie greift nämlich die beim Färben mit Indigo entstehende Farbabfolge von Grün nach Blau auf – eine Idee des Teams der Zeugfärberei. Der neue “Färberturm” ist nun ein deutlich sichtbares Zeichen dafür, dass in der Färbergemeinde Gutau heute wieder gefärbt wird.

Mit der Fertigstellung des Gebäudes hat die Gemeinde Gutau ein wichtiges Etappenziel als Projektträger des grenzüberschreitenden “Lidova kultura / Volkskultur Österreich-Tschechien” erreicht. Am 11. November hatten die Arbeiten mit der Adaptierung der Färberwerkstatt, dem Einbau der beiden Küpen und den Fundamentierungsarbeiten im Außenbereich begonnen. Während der Wintermonate waren im Inneren des Gebäudes Installateure, Elektriker, Maler und Bodenversiegler beschäftigt.

Dabei spielten den Projektverantwortlichen der milde Winter und das frühlingshafte Wetter ab Anfang März in die Karten, das auch die Erledigung der Zimmerer- und Dachdeckerarbeiten ermöglichte. Um die Baustelle vor der Corona-bedingten Einstellung der Arbeiten abzusichern, wurde zuletzt das nicht mehr benötigte Gerüst abgebaut. Im Inneren fehlen nur noch einige Wasser- und Elektroinstallationen, Geländer sowie Vorrichtungen zum Färben und Trocknen. Diese Arbeiten liegen vorerst auf Eis, da viele Unternehmen derzeit eine Arbeitspause eingelegt haben.

Ohne die Corona-Pandemie hätte die Zeugfärberei ihre neue Werkstatt beim Färbermarkt im Mai der Öffentlichkeit präsentieren können. Diese unfreiwillige Pause nutzen die Gutauer einerseits zum Atemholen, andererseits zur Planung der weiteren Arbeiten und Aktivitäten.

Um die Kosten im Rahmen zu halten, leistete das Team der Zeugfärberei mit Freiwilligen viele hundert Arbeitsstunden. Auch die Mitarbeiter des Bauhofes der Gemeinde Gutau übernahmen immer wieder Arbeiten.

Fest steht: Sobald sich die Verhältnisse normalisiert haben, soll die neue Färberwerkstatt in geeigneter Form der Öffentlichkeit präsentiert, gefeiert und zugänglich gemacht werden.