FPÖ – Kaniak zu Coronavirus: Anschobers Kurzfristprognosen und Modellrechnungen verunsichern die Bevölkerung

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Gesundheitsminister ordnet sich offensichtlich dem ÖVP-Krisen-Marketing unter, statt ehrliche Krisenkommunikation für die Österreicher zu betreiben

Wien (OTS) „In diesen gesundheitspolitisch ernsten Zeiten erwartet man sich von einer Pressekonferenz von Gesundheitsminister Anschober eigentlich mehr als die Wiedergabe von Statistiken, Kurzfristprognosen und Modellrechnungen, die keine mittel- und langfristige Aussagekraft für die österreichische Bevölkerung haben. Leider hat der heutige Auftritt des zuständigen Ministers mehr Fragen als Antworten ergeben. So hat er mit keinem einzigen Wort erwähnt, wie sich der Umgang und die Perspektive für genesene Coronavirus-Infizierte zukünftig gestaltet. Dürfen sie wieder ein ‚normales Leben‘ führen? Dürfen sie ihre Familienangehörigen treffen? Dürfen sie ihren Arbeitsplatz aufsuchen und etwa als wichtige Mitarbeiter in der kritischen Infrastruktur ihren Mann oder ihre Frau stellen? Und der Experte an der Seite des Bundesministers prognostizierte zwar eine Fallzahl von 35.000 Infizierten bis 7. April 2020, allerdings ohne die Konsequenzen und den Fortlauf dieser Zahlenreihe bis nach Ostern auch nur ansatzweise zu erklären“, kritisierte heute FPÖ-Gesundheitssprecher NAbg. Gerhard Kaniak.

„Auch die Zahl von 1.500 Spitalspatienten und darüber hinaus 250 Intensivpatienten haben Anschober und seine Experten in keinen für die Bevölkerung notwendigen Konnex zu 12.000 bis 20.000 zusätzlichen Bettenkapazitäten in Sonderpflegeanstalten für Coronavirus-Patienten, etwa in der Messe Salzburg oder der Messe Wien, gebracht. Der Minister und seine Experten haben auch die absolute Spitze der zu erwartenden Coronavirus-Ausbreitung in Österreich mit einer Gesamtzahl an Infizierten und einem ungefähren Zeitpunkt nicht aktiv angesprochen. Das verunsichert die Bevölkerung, dies verunsichert die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Gesundheits- und Pflegewesen und es bedeutet keine tatsächliche Perspektive für Arbeitnehmer, Unternehmer und die hunderttausenden Familien und Kinder, die sich derzeit in einer faktischen Heimquarantäne befinden“, so Kaniak weiter.

„Damit nicht genug, wurde auch die genaue Ausrollung der für den Lauf einer Woche angekündigten Schnelltests, insbesondere für das Gesundheitspersonal und andere spezifische Zielgruppen, nicht näher erklärt. Hier erwarten sich die Österreicherinnen und Österreicher klare Antworten und einen detaillierten Ablaufplan, denn es passiert leider immer wieder, dass Personen, die für sich selbst oder für ihre Angehörigen bei der Hotlinie 1450 anrufen dort eher abgewimmelt als gut beraten werden“, kritisierte der FPÖ-Gesundheitssprecher, zumal in den vergangenen drei Tagen die Zahl der Testungen laut Medien sogar rückläufig gewesen sei. „Wie das mit der vollmundigen Ankündigung von ‚testen, testen, testen‘ des Kanzlers zusammenpassen soll, muss mir erst einmal einer erklären“, so Kaniak.

„In Summe hält sich Gesundheitsminister Anschober offensichtlich an die von der ÖVP-Message-Control vorgegebene ‚Richtlinie‘ der Salami-Taktik, nämlich die Österreicher von Tag zu Tag und nur häppchenweise mit Informationen zu füttern, statt ihnen klare Perspektiven beziehungsweise Szenarien zu geben. Krisenmarketing und Fernsehzeit geht bei Schwarz-Grün offensichtlich vor Krisenmanagement und ehrlicher Kommunikation. Das ist unverantwortlich und unfair den Österreichern gegenüber. Aber ÖVP-Kanzler Kurz und seine Mannen zeigen es vor und alle anderen Regierungsmitglieder spielen mit. Aber gerade von einem Gesundheitsminister und vor allem von einem Vertreter der Grünen, die ja das Thema Transparenz früher noch wie eine Monstranz vor sich hergetragen haben, müsste man gerade in so einer Situation mehr erwarten können“, betonte Kaniak. Der FPÖ-Gesundheitssprecher erinnerte in diesem Zusammenhang auch an den FPÖ-Antrag, der eine Informationspflicht des Bundesministers für Gesundheit über drohende kurz-, mittel- und langfristige Bedrohungsszenarien durch das Coronavirus an Parlament, Parteien und Öffentlichkeit vorsah. „Zweimal haben wir diesen Antrag eingebracht, das erste Mal bereits im Februar. Zweimal haben ÖVP und Grüne das aber brüsk abgelehnt“, erklärte Kaniak.

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