Warum in die Ferne surfen, wenn das Gute liegt so nah?

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Oberösterreichs Produzenten, Wirte, Bauern und Handelsbetriebe stehen derzeit vor riesigen Herausforderungen. Die Regierung wird aus ihrem Hilfspaket zwar Milliarden an die Wirtschaft ausschütten. Es ist aber zu befürchten, dass dies dennoch die Ausfälle der Betriebe nicht wettmacht.

Die OÖNachrichten haben daher beschlossen, die so beliebte wie erfolgreiche Aktion “Kauf Oberösterreich” wieder aufleben zu lassen, und rufen dazu auf, bei oberösterreichischen Bauern, (Online-)Händlern und Dienstleistern Waren und Leistungen zu bestellen. Dafür haben wir mit Unterstützung der Raiffeisen Landesbank und der Wirtschaftskammer Oberösterreich die Seite nachrichten.at/kaufoö geschaffen, die eine Plattform für Unternehmen und Kunden sein soll (mehr dazu im Kasten “So funktioniert KaufOÖ”)

Es muss nicht Amazon sein

Es muss nicht immer Amazon sein, lautet eine der Devisen, die nicht nur jetzt gelten sollte. Man kann in Zeiten wie diesen auch die Möglichkeit ergreifen, bei heimischen Online-Händlern einzukaufen. Vor der Corona-Krise waren bei der Wirtschaftskammer rund 1000 Online-Händler registriert. Nicht berücksichtigt waren etliche Betriebe, die den Onlinehandel als Nebenschiene aufgezogen haben.

Jetzt haben viele Betriebe den Onlinevertrieb als wichtige Schiene entdeckt, um zumindest einen Teil ihrer Fixkosten während der Sperrzeit über die Lieferung ihrer Produkte hereinzubekommen. Nicht zuletzt viele Gastronomen, darunter Haubenköche, die ihre Spitzenkulinarik jetzt direkt vor die Haustür liefern.

Aber auch im Handel weichen viele Betriebe notgedrungen verstärkt auf den Vertrieb via Internet und Hauszustellung aus.


Warum in die Ferne surfen, wenn das Gute liegt so nah?

Bild: VOLKER WEIHBOLD

Prominente Unterstützer

Unterstützung für die Aktion der OÖNachrichten kommt von allen Seiten. Oberösterreichs Landeshauptmann Thomas Stelzer etwa sagt: “Gerade in Zeiten wie diesen, in einer nahezu einmaligen Bewährungsprobe für unser Land, ist Zusammenhalt gefordert – als Land, als Gesellschaft und mit unseren Unternehmen und ihren Mitarbeitern. Oberösterreich hat so viele fleißige Unternehmerinnen und Unternehmer – ich bitte alle Oberösterreicher um Zusammenhalt und Solidarität.”

Aber auch Bischof Manfred Scheuer, der Linzer Bürgermeister Klaus Luger, sein Welser Kollege Andreas Rabl, die Musiker der Band Folkshilfe, Sängerin Ina Regen und der “Blonde Engel” unterstützen diese Aktion. Ebenso Wissenschafterin Manuela Macedonia und Kunstuni-Rektorin Brigitte Hütter.

Wir wollen Betriebe ermuntern, auf nachrichten.at/kaufoö ihre Qualität darzustellen und den heimischen Konsumenten einmal mehr vor Augen zu führen, wie gut sie sind. Wenn die Konsumenten nicht zu sehr in der Ferne surfen, unterstützen sie damit die Gesamtsituation und damit auch sich selbst, wie Wirtschaftskammer-Präsidentin Doris Hummer betont.

Wie funktioniert Kauf Oberösterreich?

nachrichten.at/kaufoö ist eine Seite der OÖNachrichten, auf der sich oberösterreichische Händler, Produzenten und Dienstleister präsentieren können.

Die Redaktion der OÖNachrichten wird in den nächsten Tagen und Wochen laufend in der Printausgabe und auf nachrichten.at über außergewöhnliche Firmen berichten, über ihre Herausforderungen, aber auch über die unglaubliche Kreativität, die nicht nur aus der Not der aktuellen Situation heraus geboren wurde.

Die Anzeigenabteilung der OÖNachrichten hat für Unternehmen ein spezielles Anzeigenformat für Print und Online entwickelt, das zu einem sehr günstigen Preis gebucht werden kann.

Dazu gibt es die Möglichkeit, kostenlos in Kleinanzeigen die Kunden zu informieren (auch in der Printausgabe).


Bild: VOLKER WEIHBOLD

“Jeder kann einen Beitrag leisten”

OÖNachrichten: Warum sollen Kunden bei heimischen Anbietern bestellen?

Schaller: Damit kann jeder Einzelne einen Beitrag leisten, um Arbeitsplätze und den Bestand der Unternehmen zu sichern. Die aktuelle Situation führt uns ganz deutlich vor Augen, wie wichtig es ist, regionale Produzenten, Unternehmer und starke heimische Betriebe vor Ort zu haben.

Mit welchen Sorgen wenden sich die kleinen und mittleren Unternehmen jetzt an Sie?

Seit der vorübergehenden Schließung von Geschäften, Produktionen und der Einschränkung von Dienstleistungen vor gut einer Woche stellt sich bei den KMUs die Frage der Liquiditätssicherung, damit sie die Lieferketten aufrechterhalten können und damit funktionsfähig bleiben sowie ihre Belegschaft halten können. Hier ist es nötig, rasch und unbürokratisch zu helfen.

Wie unterstützen Sie die kleinen und mittleren Unternehmen?

Wir sind mit unseren Firmenkunden laufend in Kontakt und erarbeiten in Zusammenarbeit mit der Bundesregierung und der Wirtschaftskammer entsprechende Programme. Wir müssen jetzt enger zusammenarbeiten denn je.

Was braucht es neben den Hilfsmaßnahmen der Regierung noch, damit diese Betriebe wieder in die Erfolgsspur zurückfinden?

Einen Finanzpartner, auf den sie sich besonders in schwierigen Zeiten zu 100 Prozent verlassen können. Wir sind für unsere Kunden gerade jetzt da.

Welche Lieferdienste aus Oberösterreich nehmen Sie selbst in Anspruch?

Mich erreichen jetzt – wie wahrscheinlich uns alle – zahlreiche Initiativen von regionalen Betrieben, sei es Lebensmittel oder Dienstleistungen. Ich möchte niemanden extra nennen, aber meine Frau und ich schauen jetzt noch mehr darauf als sonst, dass wir uns – wo es möglich ist – vor allem mit Dingen des täglichen Bedarfs im näheren Umkreis versorgen.


Doris Hummer (Schwarzl)

Bild: Alexander Schwarzl

“So stärken sich Kunden selbst”

OÖNachrichten: Warum sollen die Kunden jetzt bei heimischen Anbietern bestellen?

Hummer: Weil sie sich dadurch selbst stärken. Jetzt bei heimischen Anbietern zu kaufen heißt, unseren eigenen Wirtschaftsmotor zumindest niederschwellig am Laufen zu halten. Davon hängt letztlich ab, wie schnell jeder von uns nach der Krise wieder zum Normalzustand am Lebensstandort Oberösterreich zurückfinden kann.

Mit welchen Sorgen wenden sich die Unternehmen jetzt an Sie?

Wie halte ich meinen Betrieb ohne entsprechende Einnahmen über Wasser? Was ist die beste Lösung für meine Mitarbeiter? Welche schnellen Hilfsangebote kommen für mich in Frage? Die Sorgen sind groß und vielfältig, und wir arbeiten fast rund um die Uhr, um jedem zu helfen.

Wie unterstützen Sie die kleinen und mittleren Unternehmen?

Wir haben dafür gesorgt, dass Kurzarbeit schnell und unkompliziert möglich ist. Wir knüpfen finanzielle Fangnetze, um Liquidität zu sichern, setzen den Härtefonds für EPU um und haben dazu die Plattform lieferserviceregional.at aufgezogen.

Was braucht es neben den Hilfsmaßnahmen der Regierung noch, damit diese Betriebe wieder in die Erfolgsspur zurückfinden?

Optimismus! Diese Krise wird auch bald wieder ein Ende haben, und wir dürfen zuversichtlich sein, dass wir sie besser überstehen als andere. Kampfgeist und Kreativität sind bekannte oberösterreichische Tugenden, die wir alle jetzt zeigen müssen.

Welche Lieferdienste aus Oberösterreich nehmen Sie selbst in Anspruch?

Alle, die nur irgendwie in Frage kommen. Mein Credo lautet Zusammenhalt, und das lebe ich auch selbst. Als Kammer-Präsidentin, als Unternehmerin und als Privatperson. Erst gestern ist beispielsweise eine Frühstücksmüsli-Lieferung von der Firma Zagler-Müslibär bei mir angekommen.