Werben für Handelsabkommen von Unruhen überschattet

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US-Präsident Donald Trump hat am Dienstag den indischen Premierminister Narendra Modi zu politischen Gesprächen über die Beziehung der beiden Staaten getroffen. Trump und Modi wollten unter anderem über Rüstungsprojekte, eine stärkere Zusammenarbeit im Energiesektor und den für die nahe Zukunft erhofften Abschluss eines Handelsabkommens sprechen, hieß es im Voraus aus US-Regierungskreisen.

Am zweiten und letzten Tag seines Staatsbesuchs in Indien war Trump zunächst mit militärischen Ehren vom indischen Präsidenten Ram Nath Kovind empfangen worden. Im Anschluss besuchten der Präsident und die First Lady Melania Trump eine Gedenkstätte für Mahatma Gandhi, den Helden der indischen Unabhängigkeitsbewegung.

Am späteren Nachmittag (Ortszeit, 12.30 Uhr MEZ) wollte Trump zum Abschluss seiner Reise eine Pressekonferenz geben. Trump wird seinen Besuch dann am Abend mit einem vom indischen Präsidenten ausgerichteten Staatsbankett abschließen.

Umfassendes Handelsabkommen geplant

Einigkeit gab es zwischen Modi und Trump für den Abschluss eines umfassenden Handelsabkommens. Die Unterhändler hätten gute Fortschritte gemacht, um ein faires und auf Gegenseitigkeit beruhendes Abkommen auf den Weg zu bringen, sagte Trump am Dienstag nach einem Treffen mit Modi in der Hauptstadt Neu Delhi.

“Ich bin zuversichtlich, dass wir ein Abkommen abschließen können”, sagte Trump vor Journalisten. Modi, der etwas zurückhaltender klang, erklärte: “Wir haben uns geeinigt, Verhandlungen für ein größeres Abkommen zu beginnen.”

Das aufstrebende Schwellenland Indien mit seinen 1,3 Milliarden Einwohnern biete “unglaubliches Potenzial”, hatte Trump bereits am Montag gesagt. Ursprünglich hatten beide Seiten gehofft, schon anlässlich Trumps zweitägigen Staatsbesuchs in Indien zumindest ein begrenztes Handelsabkommen abschließen zu können. Bisher schienen die Verhandlungen jedoch festgefahren. Modis Regierung hält an Handelsbarrieren fest und setzte zuletzt auf eine Erhöhung von Zöllen.

2018 betrug das bilaterale Handelsvolumen der USA mit Indien nur rund 140 Mrd. US-Dollar (129,4 Mrd. Euro). Zum Vergleich: Das entspricht etwa einem Zehntel der Waren und Dienstleistungen, die die USA mit der EU austauschen. Doch Indien ist ein Wachstumsmarkt: Die jährliche Wirtschaftsleistung liegt der Weltbank zufolge bisher pro Kopf bei nur 2.000 Dollar, in den USA sind es 63.000 Dollar.

Bis vergangenen März hatte Washington Neu-Delhi noch Vorzugsbedingungen für bestimmte Einfuhren in die USA gewährt, diese dann aber wegen Indiens Festhalten an Handelsbarrieren in vielen Sektoren gestrichen.

Mindestens fünf Tote bei Protesten/ZT>

Während des Besuches von US-Präsident Donald Trump hat es in der Hauptstadt Neu Delhi gewaltsame Proteste mit mehreren Toten gegeben. Hintergrund der Zusammenstöße ist ein von dem indischen Premier Narendra Modi durchgedrücktes Einbürgerungsgesetz, das nach Ansicht von Kritikern gezielt Muslime diskriminiert.

Bei den Protesten starben seit Montag mindestens fünf Menschen, wie die dpa am Dienstag aus Polizeikreisen erfuhr. Außerdem seien Fahrzeuge und Geschäfte in Brand gesetzt und mehr als zwei Dutzend Menschen von Ziegelsteinen verletzt worden, die von Befürwortern und Gegnern des Gesetzes geworfen worden seien.


Blutige Zusammenstöße in Neu Delhi. - © APAweb / reuters, Danish Siddiqui
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